Unsere Geschichte

1897 - Eduard Bubner

1893 zieht Gottlieb Eduard Bubner mit seiner Frau Martha Louise aus Dresden in das kleine Niederlausitzer Städtchen Sonnewalde. Bald darauf wird Sohn William geboren. So wird vom Beginn der Bäckerei Bubner berichtet. Insgesamt bekamen die beiden 11 Kinder, die selbstverständlich in der Bäckerei mithalfen. So wurden die Kinder zum Brötchenaustragen geschickt oder mussten in der Backstube helfen und Brezeln schlingen.

Am 22. April 1897 erwarb Eduard dann seinen Meistertitel als Bäcker. Dieser Termin gilt als offizielles Gründungsdatum der Bäckerei Bubner, da seitdem bis heute ununterbrochen Bäckermeister aus der Familie Bubner das Unternehmen führen und damit die Familientradition der Handwerksbäckerei pflegen

1921 war ein großartiges Jahr, denn die Elektrizität kam nach Sonnewalde. Elektrische Maschinen gab es noch nicht, aber nun konnten die Petroleumlampen beiseite gestellt werden. Bevor Martha 1928 starb, versprach der drittgeborene Sohn Ewald, die Bäckerei zu übernehmen, um die jüngsten Geschwister zu versorgen.

1935 - Ewald Bubner

Ewald hatte eigentlich Landwirtschaft in Oranienburg studiert, aber wie er seiner Mutter versprochen hatte, führte er die Bäckerei Bubner weiter, nachdem er 1935 seinen Meistertitel im Bäckerhandwerk absolvierte.

Ewald hatte erstmals die Möglichkeit, Nachbargrundstücke dazuzukaufen, um die Platzverhältnisse für die Bäckerei zu verbessern und konnte erste elektrische Maschinen anschaffen – mit diesen wurde noch bis Anfang der 90er Jahre gearbeitet. Neben Ewald und seiner Frau Ella arbeitete noch ein Bäckergeselle aus Dresden in der kleinen Landbäckerei. Er brachte neue Ideen aus der Großstadt mit und so wurden nun auch Schnecken und Pfannkuchen und zum Wochenende gelegentlich Konditoreierzeugnisse angeboten.

Die Arbeitsbedingungen wurden besser, doch die politischen Umstände brachten neue Herausforderungen. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurden Lebensmittelmarken ausgegeben, Brot gab es nur auf Ration. Ebenso das Mehl, woraus Ewald das Brot buk. Im Jahr 1946 standen jeder Person pro Woche etwa ein Kilogramm Brot, 100 Gramm Fleisch und zwei Kilogramm Kartoffeln zu. Die Preise für Nahrungsmittel wurden staatlich festgelegt. Der wirtschaftliche Handlungsspielraum war dementsprechend sehr gering.

1947 wurde ein neuer, doppelt so großer Backofen gebaut und zwei Mitarbeiter kamen dazu. Die Bäckerei wuchs.

1948 begann Ewalds einziger Sohn Georg bei seinem Vater in der Bäckerei zu lernen.

1955 - Georg Bubner

1955 absolvierte Georg seine Meisterprüfung und übernahm 1961 gemeinsam mit seiner Frau Lisbeth den Betrieb und führte die Bäckerei Bubner durch die Zeit der DDR, die ebenso durch staatliche Kontrollen geprägt war.

Absatzprobleme gab es nicht, die Preise für Brot, Brötchen und Kuchen waren sehr gering. Aber es gab Probleme mit der Maschinen- und Materialbeschaffung, Obstkonserven für die Winterzeit, gute Hefe. Einige Maschinen und Vorrichtungen konnten selbst gebaut werden, vieles war improvisiert. Oft standen Familie und Mitarbeiter im Sommer bis abends in der Backstube, um Obst für die kommende Winterproduktion einzuwecken. Es reichte trotzdem nie. Kunden, die größere Mengen Kuchen und Gebäck für eine Feier brauchten, mussten ihre Zutaten deshalb oftmals selbst besorgen und zur Backstube bringen. Durch die Mangelwirtschaft war es nicht immer leicht vorausschauend zu planen, Zutaten für die Weihnachtsbäckerei, wie Mandeln, Rosinen und Zitronat wurden umständlich aus den Großstädten herangeschafft.

Neben der Materialknappheit kam der finanzielle Aspekt hinzu. Die staatlich festgelegten sehr niedrigen Preise für Bäckerwaren ließen keine Rücklagen für Investitionen zu. Zum Glück war der Verkauf von Schlachtschweinen auch zu DDR Zeiten ein lohnenswertes Geschäft. So wurden bei Bubners immer wieder die Erlöse der Schlachtschweine genutzt, um Bau- und Erweiterungsmaßnahmen durchzuführen. Mit Hilfe dieser Einnahmen war es in den 80er Jahren dann möglich, einen Backstubenneubau sowie einen neuen Backofen und Schornstein zu bauen.

Um den Status eines Handwerkbetriebes zu erhalten, durfte die Bäckerei zu DDR-Zeiten nicht mehr als zehn Mitarbeiter einstellen. 

1987 - Thomas Bubner

Als Sohn Thomas 1987 seine Meisterprüfung absolvierte und Teilhaber wurde, gab es schon enorme Erweiterungen, mittlerweile wurde in zwei Backstuben mit zwei Backöfen gearbeitet. Die erste Zweigstelle wurde 1987 auf dem Markt in Sonnewalde errichtet.

Nicht lange darauf kam es mit der politischen Wende im Jahr 1989 zu einer großen Umbruchsituation in der Bäckerei Bubner. Die Zeit der staatlichen Preisbindung und der subventionierten Brotproduktion war vorbei, die Preise für Rohstoffe und demzufolge für Backwaren stiegen nach der Währungsunion 1990 enorm. Um die Bäckerei zu erhalten, mussten neue Absatzmöglichkeiten gefunden werden. Bubners machten mit ihrem Trabbi weite Reisen in den "Westen", um zu sehen, wie die dortigen Handwerksbäckereien ihre Bäckerwaren verkaufen. Das war die Geburtsstunde der Einführung des Filialsystems.

Die erste Filiale wurde in der Nachbarstadt Finsterwalde eröffnet. Es folgten in den 90er Jahren zehn weitere Bubner Filialen. Im Vergleich zu den 100 Jahren vorher, war dies eine rasante Entwicklung des Bäckereibetriebes. Die kleine Backstube in Sonnewalde platze bald aus allen Nähten. Wo früher zehn Mitarbeiter buken, waren es nun schon über 30 Bäcker und Konditoren. Die Bausubstanz der alten Backstube war alt, ein Anbau nicht möglich, die Grundstücksgrenzen waren erreicht.

Eine leerstehende Halle im benachbarten Doberlug-Kirchhain war wie maßgeschneidert für eine neue Backstube, nur eine Fahrzeughalle musste noch angebaut werden. Im Jahr 2005 zog die gesamte Produktion in die neue Backstube um. Die Produktionsfläche hatte sich nun verdoppelt und es war Platz für neue Kühltechnik und Öfen.

Im Jahr 2007 übernahm Sohn Thomas dann mit seiner Frau Monika die Bäckerei Bubner. Neben Pflege, Umzug und Sanierung bestehender Filialen, wurden Schritt für Schritt weitere Filialen in der Nähe der Backstube errichtet sowie Kundenservice und Sortiment ausgebaut. Dadurch wurde es über die Jahre auch in der neuen Backstube immer enger. Es war es an der Zeit, die Backstube zu vergrößern.

Pünktlich zum 120.-jährigem Jubiläum wurde im Sommer 2017 der neue Backstubenanbau eingeweiht. Die Zuckerbäcker erhielten nun eine neue Konditorei, die Bäcker mehr Platz für Fettgebäck- und Kuchenherstellung und Bubners Köche freuten sich über die lang ersehnte moderne Küche.